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Hier kommt keine Dampflok, sondern ein spezielles Werkzeug

19.08.2016

In diesem Praxisbeispiel beschreibe ich eine besondere Anforderung, mit dessen Lösung uns der Kunde beauftragt hat.

Und eins darf ich Ihnen verraten: da qualmt es richtig :-)

Aufgabe

Unser Kunde hatte einen Auftrag erhalten, bei dem mehrere extrem große Aluminium Profile gefräst werden müssen. Alle Bauteile wurden dann in einem späteren Arbeitsschritt zu einem großen Tank zusammengeschweißt.

Das Problem bei der Fräsbearbeitung war hier die große Einsatztiefe des Fräsers, sowie eine ausreichende Kühlung des Fräsers, damit sich dieser nicht mit Material zusetzt. Wenn sich ein Werkzeug mit Material zusetzt, ist das Standzeitende in nullkommanix erreicht. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Werkzeugbruch, Maschinenschaden oder Ausschuss des Bauteils führen. Das galt es auf jeden Fall zu vermeiden.

Erster Einsatz

Vor einigen Jahren hatte der Kunde schon zwei Sonder-Fräser von uns erhalten. Für die bisherigen Aufgaben hat das Werkzeug auch immer ordentliche Ergebnisse erzielt. So dachte der Kunde, wird es auch bei diesem Auftrag sein. Doch dem war leider nicht so. Er hat mich um Unterstützung bei einer Lösungsfindung gebeten.

Analyse der Situation

Gemeinsam haben wir dann die Faktoren Maschine - Bauteil- Werkzeug analysiert und festgestellt, dass die vorhandene Kühlung von außen, bei weitem, nicht reicht. Ideal wäre her ein Werkzeug mit innerer Kühlmittelzufuhr, diese Möglichkeit stand maschinenseitig zur Verfügung. Die Werkzeuge hatten aber keine innere Kühlmittelzufuhr.

 

Die Anfertigung eines solchen Sonderwerkzeus stellt grundsätzlich kein Problem dar. Nur in diesem Fall war keine Zeit für die Fertigung eines Neuwerkzeugs, da die Bauteile für die folgenden Arbeitsschritte terminiert waren. Maximal 2 Arbeitswochen standen uns für eine Lösung zur Verfügung.

Lösung

Schon beim Gespräch vor Ort hatte ich einen spontanen Lösungsansatz, den ich aber noch genauer prüfen wollte. Die Werkzeuge habe ich vorsorglich schon vom Kundentermin mitgenommen und dann zum Hersteller meines Vertrauens geschickt. Dieser war in der Lage, die Werkzeuge nachträglich mit einer inneren Kühlmittelzufuhr zu versehen.

Hier wurden aber nicht einfach nur Bohrungen eingebracht, sondern hinter meiner Idee steckte eine besondere Strategie, sowie eine spezielle Oberflächenbehandlung für die Werkzeuge.

Nach ca. 1 Woche habe ich dem Kunden dann unsere Lösung präsentiert. Die Werkzeuge kamen auch direkt zum Einsatz.

Fällt Ihnen spontan auch eine Situation ein, für die Sie in Ihrer Fertigung noch keine Lösung gefunden haben? Falls ja, schreiben Sie mir unverbindlich eine Mail an info@hpw-gmbh.de, möglicherweise kann ich Sie ja unterstützen.

Auch kann es mal passieren, dass bei der Fertigung Fehler passieren. Aus solch einer unangenehmen Situation konten wir vor kurzem einen Kunden helfen und so eine teure Neufertigung der Bauteile verhindern. Was da passiert ist, können Sie gerne hier nachlesen.

 

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