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Rohstoff für VHM Zerspanungswerkzeuge wird zum Engpass und treibt die Preise in die Höhe

Seit Monaten stockt die Lieferung von Ammoniumparawolframat (APW) aus China. Dieser zentrale Rohstoff wird für die Herstellung von Vollhartmetallwerkzeugen (VHM) benötigt. Die Folgen: Lieferengpässe, stark steigende Preise (im Schnitt über 35 % in den letzten Monaten) und eine unsichere Planungssituation für Fertigungsbetriebe. Besonders betroffen sind CNC-Fertigungsbetriebe, die einen hohen Bedarf an VHM-Werkzeugen haben. Die explodierenden Einkaufskosten belasten nicht nur die Marge pro Bauteil, sondern gefährden das gesamte Betriebsergebnis. Eine bedrohliche Situation, wenn keine strategischen sowie weitsichtige Maßnahmen ergriffen werden.

Experten erwarten keine kurzfristige Entspannung: Die Preise bleiben voraussichtlich bis mindestens 2026 auf hohem Niveau – mit nur zyklischen, temporären Rückgängen.

Warum sich die Situation nicht schnell bessern wird

Drei Faktoren blockieren eine Normalisierung:

  • Angebotsmonopol China: Über 80 % der globalen Wolfram-Produktion stammen aus China. Alternative Förderstätten können die Lücke kurzfristig nicht schließen.
  • Politische Spannungen: Handelsrestriktionen und geopolitische Konflikte verschärfen die Lieferkettenprobleme.
  • Trotz Konjunkturunsicherheiten steigt der Bedarf an Hartmetallwerkzeugen, z.B. in der Luftfahrt, Energiebranche, Rüstungsindustrie oder im Maschinenbau.

Strategien für Fertigungsbetriebe: Was Sie jetzt tun können

  1. Lagerbestände aufbauen
    Kalkulieren Sie Puffer für kritische Werkzeuge ein, auch wenn dies Kapital bindet. Nutzen Sie z.B. Kanban-Systeme oder digitale Bestandsmanagement-Tools, um die Bestände transparent steuern zu können.

  2. Werkzeugmanagement optimieren
    Analysieren Sie Ihre Aufträge und eingesetzten Werkzeuge. Oft lassen sich Standzeiten durch angepasste Schnittparameter, neue Frässtrategien oder optimierte Werkzeuggeometrien verlängern.

    HPW-Hagelberg-Sonderwerkzeuge-Optimierung

  3. Sonderwerkzeuge einsetzen
    Kombiwerkzeuge wie Formfräser oder Stufenbohrer reduzieren die Bearbeitungszeiten, sparen Werkzeugwechsel und senken Beschaffungs- und Lagerkosten.

    HPW-Hagelberg-Somderwerkzeuge-VHM-Stufenbohrer

  4. Nachschleifen und Beschichten
    Sowohl VHM Standard- als auch Sonderwerkzeuge lassen sich mehrfach qualitativ hochwertig nachschleifen und wieder beschichten. Das verlängert die Lebensdauer und reduziert Neubeschaffungen.

    HPW-Hagelberg-VHM-Sonderwerkzeuge-Nachschleifen-Beschichten

  5. CNC Programme optimieren
    Passen Sie Ihre bestehenden Programme an, mit Unterstützung eines Dienstleisters, um die Fertigungsmaschinen optimal zu nutzen. Schulungen für Ihre Fachkräfte helfen, das volle Potenzial auszuschöpfen.

    HPW-Hagelberg-VHM-Sonderwerkzeuge-CNC-Lohnfertigung-Schulung

Fazit: Proaktiv handeln statt abwarten

Die verschärfte Markt-Situation erfordert strategische und weitsichtige Maßnahmen. Wer jetzt Lagerbestände aufbaut, Werkzeuge effizienter einsetzt, auf Sonderwerkzeuge und Schulungen setzt, kann die Auswirkungen der Rohstoffkrise ein Stück weit abfedern.

Wenn Sie einen neutralen Blick von außen auf Ihre Situation wünschen oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, sprechen Sie mich unverbindlich an. Manchmal reicht ein fachlicher Austausch auf Augenhöhe, um neue Impulse zu gewinnen.

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